Insel aus Feuer und Eis

Vulkane, Gletscher, Wasserfälle, Polarlichter, Geysire und endlose Weiten – Island, das ist Natur pur!

Island ist die größte Vulkaninsel der Welt, die zweitgrößte Europas und der am dünnsten besiedelste Staat. Nach den Japanern haben die Isländer die längste Lebenserwartung und mehr als die Hälfte ihrer Einwohner glaubt an Elfen und Trolle, 90% halten dies zumindest für möglich!
Angesichts der geografischen Lage ist unsere Reisezeit im November etwas speziell. Aber erstens wollen wir die Nordlichter sehen (das geht nur im Winter) und außerdem entgehen wir den Touristenströmen, die in den Sommermonaten inzwischen die Insel bevölkern. Island ist voll im Trend und der Tourismus boomt – Zu Recht!

Für den optimalen Island-Urlaub sollte man sich mindestens zwei Wochen Zeit nehmen. Rund um die Insel, über 1.300 Kilometer lang und dem Küstenverlauf folgend, geht die Ringstraße „Hringvegur“. Die ideale Route für einen Gesamteindruck, hinter jeder Kurve wartet ein neues Naturwunder, ein Wasserfall jagt den Nächsten und die meisten Sehenswürdigkeiten liegen teils direkt an der Straße. Wenn’s die Zeit erlaubt, dann ab ins Hochland! Ein Allrad-Geländewagen ist hier ein Muss, die Schotterpisten sind ein bisserl anstrengend – aber ein Bad in den heißen Quellen von Hveravellir, die unwirkliche Landschaft und die intensiven Farben lassen jede Strapaz sofort vergessen!

Für uns geht sich leider nur ein Kurztrip aus und unser erstes Ziel ist die Halbinsel Snæfellsnes, die sich rund 200km nördlich von Reykjavik befindet. Die Autofahrt ist hochromantisch – sanfte Hügel, einsamen Farmen, grüne Landschaften in allen Schattierungen, Schafe, Schafe, Schafe .. und eine prinzipiell gerade Straße, die manchmal einen kleinen Bogen macht. Genau! Wegen einem Elfenweg der vorsichtshalber nicht gekreuzt werden sollte!

Tipp: das Hotel Budir liegt wunderschön und einsam auf einer kleine Landzunge, mit gemütlichen Zimmern, einer gut sortierten Bar, einer Hexengalerie (?) und Blick auf die kleine Holzkirche und den verlassenen Friedhof von Budir. Sehr sehr mystisch.

Untertags gibt’s einiges zu tun: Gletscherwanderungen und Walbeobachtungstouren, den Vulkan besteigen und den Kirkjufell bestaunen. Sein keilförmiger Gipfel ragt 463 Meter steil an der Küste auf und ist der meistfotografierte Berg Islands. Wer Lust auf ein kleines Abenteuer hat: fast überall in Island gibt es Reiterfarmen die auch (nichtwissende) Touristen mit auf einen Ausritt nehmen. Die kleinen Islandponys scheinen uns sehr vertrauenswürdig.

Der Golden Circle
Es ist DER Klassiker unter den Ausflügen auf Island. In Pingvellir schlägt das historische Herz Islands, denn bereits seit dem Jahr 930 tagte hier das isländische Parlament. Aber auch geologisch ist der Platz von großer Bedeutung, liegt er doch direkt in der isländischen Dehnungszone. Offene Klüfte und Spalten ziehen sich durch das Gebiet und hier driften die Kontinente Europa und Amerika auseinander.

TIPP: Wer sich traut kann in der Silfra-Spalte zwischen den Kontinenten tauchen oder schnorcheln und hat Sichtweiten bis über 100 Meter! Dies liegt daran, dass das Wasser im Thingvellir See das ganze Jahr über zwischen 2 bis 4 Grad Celsius hat und das Schmelzwasser des Gletschers jahrelang durch Lavagestein fließt, bevor es als unterirdische Quelle wieder in den See hervorquillt. 

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten am beliebten Rundweg gehört der laute und sehr breite Gulfoss Wasserfall und Geysir, das berühmte Geothermalfeld. Wasserdampf liegt in der Luft, es riecht nach Schwefel und alle paar Minuten schießt die Springquelle Strokkur eine bis zu 30 Meter hohe Fontäne in die Luft.

KURIOS, LIEBENSWERT, WISSENSWERT

Mehr Schafe und Papageitaucher als Einwohner
Nur 330.000 Menschen leben auf der rund 100.000km2 großen Insel. Ziemlich wenig – aber dafür gibt es umso mehr Schafe (460.000) und 4 Millionen putzige Papageitaucher.

33.000 Fußballspieler
So viele gibt es laut eigenen Angaben derzeit in Island. Gemessen an der Zahl der Einwohner von 330.000 sind das also 10 Prozent.

Darum enden die Nachnamen auf -son oder -dóttir
Birkir Bjarnason, Aron Gunnarsson, Kolbeinn Sigþórsson – die Namen dieser Fußballspieler enden alle auf -son. Der Grund dafür ist, dass sich der Nachname der Isländer vom Vornamen des Vaters ableitet, wobei -son für Sohn steht; Frauen haben die Endung -dóttir, was Tochter bedeutet.

Reykjavik
Gut ein Drittel der 320.000 Isländer lebt und arbeitet in der beschaulichen Hauptstadt, wo’s einiges zum Sehen und Erleben gibt: seit 2011 ist das moderne Opernhaus Harpa das architektonische Wahrzeichen der Stadt, die Altstadt lockt mit Boutiquen, Designerläden, Galerien und abends mutieren die gemütlichen Cafés zu Pubs und das legendäre Nachtleben beginnt.

Das größte Museum seiner Art
Die Isländer lieben Skurriles – und deshalb gibt es seit 1997 hier ein Penis-Museum. 286 männliche Geschlechtsteile sind hier zu bestaunen, von Seehunden, Mäusen, Bären, Rentieren, Giraffen und sogar die eines Pottwals, 170 Zentimeter Lang und 75 Kilo schwer.

Traditionsgericht Gammelhai (Hákarl)
Schmeckt genauso wie er heißt und ihn zu verkosten ist eine richtige Mutprobe. Trotzdem, auf der Farm Bjarnarhöfn, gibt’s ein kleines Museum, das über die Verarbeitung und Geschichte des Grönlandhais informiert. Die Insel im Nordmeer war ein rauer Ort um zu überleben und es wurde alles versucht, um Lebensmittel haltbar zu machen. Kaum zu glauben, aber der Gammelhai ist sogar gesund. Trotzdem, ohne den dazu passenden Schnaps (Brennivin) ist diese Speise kaum essbar!

Höchsttemperatur: 15 Grad
Wer sich über den Sommer in Österreich beschwert, sollte einmal nach Island reisen. Hier beträgt die durchschnittliche Maximal-Temperatur im August gerade zwischen 12 und 15 Grad Celsius. Der Winter ist dafür mit Durchschnitts-Temperaturen um den Gefrierpunkt verhältnismäßig mild –das verdankt man dem Golfstrom.

Blaues Eis
Im Südosten Islands befindet sich der Vatnajökull, der größte Gletscher Europas. Eine unwirkliche Atmosphäre, mit fantastischen Fotomotiven und Eisbergen, die in allen Blau-Schattierungen schimmern. Mindestens einen Tag einplanen – und über die faszinierenden Eiskämme wandern oder eine Eishöhle erkunden (nur mit Führer!), in den Lagunen kajaken oder mit dem kleinen Schlauchboot ganz nah zu den mächtigen Eisbergen fahren. Magisch!

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